Verhalten verstehen. Sicherheit herstellen. Erste Trainingsansätze entwickeln. Fair handeln.
In diesem Workshop geht es nicht um Methodenlager, Bauchgefühl mit Fachwörtern oder die Frage, wer im Internet gerade recht hat. Es geht um Hunde. Um Verhalten. Um Sicherheit. Und um die Fähigkeit, aus dem, was ein Hund tatsächlich zeigt, sinnvolle erste Entscheidungen abzuleiten.
Der Workshop findet im Tierheim Hannover statt. Gearbeitet wird mit Hunden vor Ort: keine vorbereiteten Seminarhunde, keine gestellten Standardsituationen, keine hübsch sortierten Lehrbuchfälle. Stattdessen reale Tierheimhunde, reale Vorgeschichten, reale Begrenzungen und reale Sicherheitsfragen.
Genau deshalb ist dieser Workshop kein Zuschauseminar.
Du wirst Hunde beobachten, Verhalten einschätzen, beschreiben, was du siehst, erste Hypothesen formulieren, mit den zuständigen Bezugspersonen sprechen, Risiken benennen und daraus mögliche Trainings- und Managementansätze ableiten. Nicht als fertiges Rezept, sondern als fachlich begründeten nächsten Schritt.
Tierheimhunde zeigen Verhalten nicht im luftleeren Raum. Zwinger, Gitter, wechselnde Menschen, Frust, Stress, hohe Reizdichte, unklare Vorerfahrungen und wenig Kontrolle beeinflussen massiv, was ein Hund zeigt. Wer hier vorschnell bewertet, liegt schnell daneben. Wer sauber beobachtet, gewinnt einen Blick, der auch in der Arbeit mit Kundenhunden entscheidend ist.
Belohnung und Begrenzung werden dabei nicht als Glaubensfragen behandelt. Beides kann sinnvoll sein. Beides kann falsch eingesetzt werden. Entscheidend ist nicht das Etikett, sondern ob eine Maßnahme im konkreten Fall verständlich, sicher, verhältnismäßig und hilfreich ist.
Ziel ist nicht, mit Rezepten nach Hause zu gehen. Rezepte funktionieren bei Kuchen. Bei Hunden eher mäßig.
Ziel ist ein klarerer Blick:
Was sehe ich wirklich?
Was vermute ich nur?
Was ist sicherheitsrelevant?
Was braucht dieser Hund zuerst? U
nd welcher nächste Schritt ist fachlich sinnvoll?
Der Workshop lebt von der Arbeit mit den Hunden vor Ort, von gemeinsamer Analyse, Diskussion und fachlicher Einordnung.
Deshalb findet er bewusst in einer Kleingruppe mit maximal acht Teilnehmern statt.
Eigene Hunde werden nicht benötigt und sollten nach Möglichkeit nicht mitgebracht werden.
Für wen?
Für Hundetrainer:innen in Ausbildung und Praxis, die schwierige Hunde nicht nur besprechen, sondern besser einschätzen lernen möchten.
Mit Daniel Herter (Halb so wild)
und
Stefanie Sakrzewski (Tierheim Hannover)
Kosten: 450,- Euro pro Person
Anmeldung mit vollständigem Namen und Anschrift an: anfrage@halb-so-wild.de